Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Digitalisierung von Schifffahrtszeichen auf der Elbe beginnt – AIS-Tonne bei Dresden eingesetzt!

Ausgabejahr 2021
Datum 08.04.2021

Nach der Auslegung der ersten AIS-Tonnen auf der Elbe in Geesthacht und am Abzweig Elbe-Seitenkanal wurde heute in Dresden im Bereich der Marienbrücke eine rote Fahrwassertonne mit einem sogenannten AIS-Transponder (Automatisches Schiffsidentifikationssystem) ausgestattet. Mit Hilfe dieser AIS-Tonnen auf Binnenwasserstraßen in Deutschland wird jetzt auf der Elbe die Anwendung digitaler Hinweise und Signale bei der Navigation der Schiffe getestet. AIS dient dem Austausch von Navigations- und Schiffsdaten in einem international standardisierten Funksystem. Ziel dieses Projektes der EU und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) ist es, die Sicherheit und Leichtigkeit auf den Wasserstraßen noch weiter zu erhöhen.

Tjark Hildebrandt, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Elbe: „Mit den neuen AIS-Tonnen beginnt jetzt die Digitalisierung von Schifffahrtszeichen auf der internationalen Wasserstraße Elbe. Mit dem Projekt wollen wir eine solide Entscheidungsgrundlage für die Unterstützung von Navigationssystemen an Bord von Binnenschiffen schaffen.“

In dieses WSV und EU-Projekt COMEX sind ausgewählte Schiffe der gewerblichen Güter- und Personenschifffahrt und der Tschechischen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung eingebunden.

Besonders vor und in Dresden gibt es für die Schifffahrt schwierige Passagen. Dort fließt das Wasser in mehreren Bögen mit hoher Geschwindigkeit durch die sehr dicht stehenden Bogenbrücken. Deshalb sind neben den Hinweis- und Schifffahrtszeichen an Ufern, Brücken und im Fluss digitale Hinweise und Signale für die Navigation der Binnenschiffe immer wichtiger geworden.

Mit Hilfe der AIS-Signale der neuen Fahrwassertonne kann ab sofort die Position der Tonne, z.B. Lage und Höhe, permanent überwacht werden. Außerdem wird ein weiteres Signal der Tonne ausgewertet, mit dem die Durchfahrtshöhe unter der Marienbrücke gemessen und überwacht wird.

Die Tonne soll voraussichtlich bis Ende 2022 in dem Bereich der Elbe an der Marienbrücke verbleiben. Bis dahin erfolgt eine Auswertung der Daten und das Abfragen von Erfahrungsberichten von beteiligten Schiffen. Die neue AIS- Tonne unterscheidet sich von den üblichen Fahrwassertonnen nur durch ihre etwas schlankere Form.

Hintergrund:
Die Binnenelbe ist eine wichtige internationale Wasserstraße und ein ökologischer Verkehrsweg. Die Bundeswasserstraße wird insbesondere für den Transport von werthaltigen Gütern wie Turbinen, Generatoren sowie Schwer- und Schüttgüter aus Tschechien und aus den Häfen an der Elbe in Deutschland genutzt. Die Projektladungen sind in der Regel sehr groß und können nicht auf der Straße oder den Schienen transportiert werden.

Fahrwassertonnen kennzeichnen die Fahrrinne für die Schifffahrt. Rote Tonnen den rechten und grüne Tonnen den linken Fahrrinnenrand. In diesem Bereich liegt die für die Schifffahrt erforderliche Wassertiefe. Diese wird regelmäßig überwacht und die Fahrrinnentiefen werden wie die Pegelstände täglich veröffentlicht.

Foto vom Auslegen der Tonne Digitalisierung von Schifffahrtszeichen Foto vom Auslegen der Tonne

Foto vom Auslegen der Tonne Digitalisierung von Schifffahrtszeichen Foto vom Auslegen der Tonne